Familie Fuchs (Fux)1600-2022

Bildschirmkopie meines Stammbaumes bei Ancestry.de

Mein Geburtsname und der Name meiner Familie lässt sich an Hand der für mich verfügbaren Quellen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Der erste mir namentlich bekannte Vorfahre in direkter Linie mit den Namen Fuchs (Fux) ist mein 8x Urgroßvater Hanss Fuchs (Fux), ein Bürger des Ortes Thalhofen in Tirol. 

Woher stammen diese Informationen, wie zuverlässig sind sie und wer hat diese Informationen dokumentiert, in einer Zeit in dem fast kein gewöhnlicher Mensch in der Lage war zu lesen geschweige denn zu schreiben? 

Die Hauptquelle aller Informationen aus dem Zeitraum 1600-1900 sind die im Kreisarchiv des Enzkreises einsehbaren Kirchenbücher der Gemeinde Stein (heute Königsbach-Stein) sowie der Nachbargemeinden, hier lebten mehrere Generationen meiner Vorfahren über einen sehr langen Zeitraum. Auch die Ortssippenbücher bzw. Ortsfamilienbücher (Abschriften der Kirchenbücher) der Region sind sehr ergiebig und ersparen das oft sehr mühsame entziffern der uralten Dokumente. (siehe Beispiel)

Auszug Kirchenbuch Stein, meines Urgroßvaters Wilhelm Fuchs

Der Mensch war in diesen Zeiten nicht annähernd so mobil wie wir es heute sind und verließ die Heimat nur in höchster Not, in Kriegszeiten oder wenn er etwas ausgefressen hatte. In meinem speziellen Fall sind mehrere aus Tirol zugewanderte Personen mit dem Namen Fuchs (Fux) im Kirchenbuch genannt. Zeitgeschichtlich ist es sehr wahrscheinlich, dass die Zugezogenen durch die Wirren des 30-jährigen Krieges (1618-1648) in diese Region gelangt sind. Sei es auf Grund der starken Entvölkerung des Landstriches durch die hohe Anzahl ziviler Opfer oder weil sie selbst als Soldaten an Kämpfen beteiligt waren und  in dieser Region hängen geblieben sind. Beides ist möglich, an Hand der vorhandenen Aufzeichnungen ist dies nicht mehr eindeutig zu klären. 

Sein Sohn Mattheus Fuchs (Fux) ist im Kirchenbuch genannt als Maurer in Stein, päpstlich katholischer Religion, hierzu vermerkt wurde, „dass er seine Kinder in solch blindem Eifer aufgezogen„Im Bürgerverzeichnis von 1698 ist vermerkt: vor dem Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-97) 47 Jahre alt und jetzt 56 Jahre alt. Bei der Musterung im Jahr 1700 ist er erneut mit 56 Jahren alt angegeben, er hat zu dem einen unverheirateten Sohn über 18 J. und zwei Knechte/Dienstboten über 18 J., sein Vermögen wird auf 300 fl. (Gulden) und 2 Pferde beziffert. Somit ist er vermutlich zwischen 1641 und 1644 als Sohn des Hanns Fuchs in Thalhofen/Tirol geboren. Er verstarb am 27. März 1703 in Stein, wobei sehr häufig Todestag und Tag der Bestattung nicht eindeutig zu unterscheiden sind. Er war zweimal verheiratet, seine erste Frau Anna Barbara Kaucher, mit der er drei Kinder hatte, verstarb jedoch schon im Alter von 29 Jahren und wurde am 12. Februar 1676 in Stein beigesetzt. Seine zweite Ehe mit Maria NN. (NN.=unbekannter Nachname) wurde zwischen 1686 und 1688 geschlossen, aus dieser Ehe gingen weitere 8 Kinder hervor. Über den Verbleib der  11 Kinder ist wenig bekannt, zwei verstarben im ersten Lebensjahr, eine Sohn und eine Tochter haben in Stein geheiratet, zu allen anderen Kinder sind keine weiteren Informationen vorhanden. Der Sohn Hanß Michael Fuchs geboren 09. April 1678 wird später im Kirchenbuch unter dem Namen Johann Michael Fuchs (Fux) geführt. 

Auszüge aus dem OFB Stein Kennz. 695/698

Auch er übte den Beruf eines Maurers in aus. Die Weitergabe des Berufes an die nächste Generation war durchaus üblich und wird uns hier noch häufiger begegnen. Auch sind zwei Huldigungen dokumentiert. Dies bezeichnet das Treuegelöbnis gegenüber dem jeweiligen Landesherrn. Im Jahre 1703 heiratete er mit 25 Jahren die zu diesem Zeitpunkt 22-jährige evanglische Anna Catharina Pfisterer, die ebenfalls in Stein geboren wurde. Auch ihre Vorfahren sind weitere 2 Generationen in den Kirchenbücher des Ortes dokumentiert. Das Paar hatte 10 Kinder, 8 Söhne, 1 Tochter und ein tot geborenes Kind unbekannten Geschlechts. Vier der Kinder lebten auch fortan in Stein und gründeten hier eigene Familienzweige. Johann Michael und seine Frau starben im Jahr 1746 innerhalb von wenigen Tagen direkt vor Ostern. Catharina wurde am Karfreitag 1746, 20 Tage nach ihrem Ehemann in Stein beigesetzt. Beide erreichten für diese Zeit mit über 65 Lebensjahren ein hohes Alter, wobei die im Durchschnitt eher niedrige Lebenserwartung zu diesen Zeiten von vielen Faktoren beeinflußt wurde. Die hohe Sterblichkeit bei Kindern hatte hier bei beiden Geschlechtern den größten Einfluß, dazu kamen die hygienischen Zustände und Lebensbedingungen in dieser Zeit sowie die mangelnde medizinische Versorgung. Bei Frauen waren die hohe Anzahl an Geburten, bei Männern die Teilnahme an Kampfhandlungen weitere wichtige Faktoren . 

Ein gutes Beispiel hierfür liefert mein nächster Vorfahre, Johann Peter Fuchs (Fuchß); auch er wie sein Vater und Großvater Maurer bzw. Maurermeister in Stein. Er heiratete vor 1744 Katharina Ratz meine 5x Urgroßmutter aus dem nahe gelegenen Ort Ellmendingen (heute Keltern). Aus der Ehe der Beiden gingen 2 Söhne und 3 Töchter hervor,  wobei ich gleich Zwei von Ihnen zu meinen weiteren direkten Vorfahren zählen darf. Doch dazu später mehr…!

Auszug aus dem OFB Stein Kennz. 700

Katharine verstarb mit gerade mal knapp 37 Jahren und wurde im Sommer 1754 in Stein bestattet. Sie hinterließ einen Ehemann und drei noch lebende Kinder im Alter von 10, 3 und knapp 1 Jahr/en. Woran sie verstarb ist leider nicht vermerkt, oft sind Zusammenhänge mit Geburten oder sogar bekannte Erkrankungen oder Todesursachen in den Kirchenbüchern vermerkt. Johann Peter heiratete bereits ein halbes Jahr später die acht Jahre jüngere Anna Maria Bauer aus dem Nachbarort Eisingen. Ohne eine neue Frau bzw. Ehepartnerin war es den Männern oft nicht möglich Familie und Kinder entsprechend zu versorgen. Aus der zweiten Ehe gingen nochmals 6 Kinder hervor, eines davon starb jedoch sofort bei der Geburt am 05.02.1768. Drei Söhne, darunter mein direkter Vorfahre Matthaeus Fuchs (Fuchß), sorgten für den Fortbestand des Namens in Stein, drei Töchter gründeten gemeinsam mit ihren Ehemännern Familien in Stein. Besonders hervorheben möchte ich Maria Catharina Fuchs, diese ist ebenfalls eine meiner direkten Vorfahrinnen über einen anderen Familienzweig (Nothacker, Britsch, Mappus)! Dieses Phänomen begegnete mir schon mehrfach bei meiner Forschung. Auch seine zweite Frau überlebte Johann Peter Fuchs um 7 Jahre und er verstarb als Wittwer am 08 Apr 1796 im Alter von 77 Jahren an „einem Gallenfieber (Typhus, auch fieberhafte Erkrankung mit Gelbsucht, Cholangitis). Beigesetzt wurde er am Montag, dem 11.04.1796 auf dem Friedhof in Stein.

Pfarrhaus Stein 1847 - Lithographie von Frieda Arnold

Sein Sohn Matthaeus Fuchs (Fuchß) war zu diesem Zeitpunkt bereits 51 Jahre alt und seit 1770 verheiratet mit Margaretha Barbara Lindner. Sie hatten 10 gemeinsame Kinder, 6 davon sind bereits im Alter von 1-3 Jahren verstorben, 4 von Ihnen gründeten eigene Familien in Stein. 

Matthaeus Fuchs wird im Kirchenbuch ebenfalls als Maurermeister und Bürger in Stein geführt und verstarb einen Tag vor seinem 58. Geburtstag an einem Blutsturz. Aus seinem Leben sind leider keine weiteren Details bekannt bzw. dokumentiert. Sein Sohn Georg Adam Fuchs geb. am 21.10.1771, ebenfalls Maurermeister von Beruf, setzt die direkte Linie zu mir fort. Er heiratete recht spät für diese Zeit im Alter von 30 Jahren in Stein die 5 Jahre jüngere Anna Barbara Bauer aus dem Nachbarort Eisingen. Das Paar war bis zum Tode der Ehefrau 40 Jahre verheiratet und aus der Ehe gingen 8 Kinder hervor. Zwei Töchter und ein Sohn haben in Stein geheiratet, Christian Fuchs heiratete in Bauschlott, Johann Georg hat sich in Bretten als Schuhmachermeister verdingt. 

Christian ist im Alter von 59 Jahren vermutlich durch einen tragischen Unfall ums Leben gekommen. Das ganze war wie rechts beschrieben im Kirchenbuch dokumentiert.